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Psychotherapeutische Praxis
Dr. Phil. Philippe Stöckli
Hochsensitivität / Hochsensibilität / HSP
Der Begriff Hochsensitivität
wurde 1997 durch die
Amerikanische Psychologin Elaine
N. Aron einer breiteren
Öffentlichkeit bekannt gemacht
mit ihrem Bestseller Buch “The
highly sensitive person”. Daher
stammt auch die Abkürzung HSP. Im Folgenden
verwende ich die Begriffe Hochsensitivität und
Hochsensibilität als Synonyme.
Charakteristika von hochsensitiven Personen
1. Wahrnehmung: HSP nehmen mehr und
detaillierter wahr - Überdurchschnittliche
Wahrnehmungsfähigkeiten der 5 Sinne, z.T.
überempfindlich. Bsp: Empfindlich auf laute
Geräusche, Sehr feine Nase, Empfindlichkeit auf
bestimmte Materialien (Kleider), exzellenter
Geschmackssinn, etc. - HSP geraten schnell in eine
Überstimulierung (zu viele Eindrücke müssen
verarbeitet werden)
2. Verarbeitungstiefe: HSP verarbeiten
Informationen gründlicher - Folge = Die
Verarbeitung dauert länger, kostet mehr Energie,
ist aber dann auch vertiefter - Gespräche können
eine HSP noch lange danach beschäftigen
3. Emotionale Dünnhäutigkeit: HSP sind
emotional beührbarer - HSP werden schnell
verletzt - HSP nehmen zwischenmenschlich Vieles
wahr, z.B. wie es dem Gegenüber geht (nonverbal)
oder wie die Stimmung in einer Gruppe ist - HSP
vermeiden oft Konflikte und tun vieles, um die
Harmonie zu wahren
4. Empathiefähigkeit - HSP besitzen oft ein hohes
Mass an Empathie. Daher leiden sie stärker mit
beim Anblick vom Leiden anderer Menschen
(schlimme Nachrichten, Aggression in Filmen, etc.)
5. Selbstwahrnehmung Da das Umfeld einer HSP
oft weniger sensibel ist, passt sich die HSP an ihre
Umwelt. Dazu lernt die HSP, sich mehr gegen
aussen als gegen innen zu orientieren. Daraus
kann eine verminderte
Selbstwahrnehmungsfähigkeit (gegen innen)
resultieren. Mögliche Folgen sind Schwierigkeiten,
eigene Bedürfnisse zu formulieren oder die
Tendenz, sich selber zu überfordern und
übermässig zu verausgaben.
6. Weitere spezielle Begabungen (optional)
•
Grosse individuelle Unterschiede, was
spezielle Begabungen angeht.
•
HSP besitzen oft eine überdurchschnittliche
Intelligenz.
•
Wahrnehmen von Auren, Energiefeldern, oder
diversen anderen Sinnesphänomena
•
Synästhesien sind gleichzeitig wahr-
genommene Wahrnehmungsdimensionen
(z.B. einen Geschmack als Farbe wahrnehmen,
etc.)
•
Manche HSP geben an, mit Verstorbenen
kommunizieren zu können (Arbeit als
Medium)
Therapie mit hochsensitiven Personen
Im Gespräch mit einer hochsensitiven Person wird
meist schnell deutlich, dass sie sich bereits vertieft
mit ihren Themen auseinandergesetzt hat. Für
mich ist es daher interessant und aufschlussreich,
was die Person bereits unternommen oder
versucht hat, um dem Problem beizukommen.
Falls Hochsensitivität bisher noch nicht zum
Thema geworden ist, kann den Betroffenen eine
eingehende Auseinandersetzung damit Identität,
Verständnis und Handlungsorientierung liefern. Da
Hochsensitivität der Wahrnehmung und
Reizverarbeitung angeboren ist, geht es in der
Therapie grösstenteils um Akzeptanz der eigenen
Person und Umgang mit den eigenen Grenzen.
Durch die Stärkung der Eigenwahrnehmung und
Zentrierung auf die eigene Person wird die
betroffene Person realisieren, wie weit jenseits der
eigenen Grenzen sie bisher operiert hatte. Diese
trainierbare Achtsamkeit umschliesst folgene
Ebenen: Gedanken, die fünf Sinne (Sehen, Hören,
Riechen, Schmecken, Tasten), Körpersensationen,
Gefühle, Bedürfnisse, Abneigungen und Impulse.
Eine der Hauptaufgaben in der Gestalttherapie
(und nicht nur für HSP) besteht darin, auf
angebrachte Weise zu kommunizieren, was man
will und was nicht. Ferner werden Strategien im
Zusammenhang mit Reizüberflutung erlernt, wie
Techniken zur Reizfilterung.
Adaption versus Authentizität
Damit kann individuelles Verhalten zwischen den
Dimensionen Anpassung und Authentizität
betrachtet werden. Hochsensitive Personen
bewegen sich oft (und jahrelang) derart stark im
Bereich der Anpassung, dass sie sich in der Folge
ausgelaugt und chronisch erschöpft fühlen, bis hin
zum Burn-Out, der Depression. In solchen Fällen
ist die Anpassung (und Zurückstellen des Eigenen)
zur Gewohnheit geworden und es erstaunt nicht,
wenn die Betroffenen Mühe haben, die eigenen
Wünsche und Abneigungen auszudrücken. Viele
HSP sehnen sich danach, so sein zu können, wie
sie wirklich sind, eben ohne diese anstrengende
Anpassung. In einer Psychotherapie kann
herausgefunden werden, wie man sich verhalten
kann, um sich besser zu fühlen, selbstbestimmter
zu handeln und einen nährenden (anstatt
erschöpfenden) Energiehaushalt zu praktizieren.
Adaption
Authentiizität
Fokus auf Welt
Fokus auf Ich
Selbsttest nach Elaine Aron
1. Ich fühle mich leicht überwältigt durch starke
Sinneseindrücke.
2. Offenbar habe ich eine feine Wahrnehmung für
Unterschwelliges in meiner Umwelt.
3. Die Stimmungen anderer Menschen
beeinflussen mich.
4. Ich reagiere eher empfindlich auf körperlichen
Schmerz.
5. Ich habe an geschäftigen Tagen das Bedürfnis,
mich zurückzuziehen – entweder in ein dunkles
Zimmer oder an einen anderen Ort, wo ich allein
sein und mich von der Stimulation erholen kann.
6. Auf Koffein reagiere ich heftiger als viele andere
Menschen.
7. Ich fühle mich schnell überwältigt von Dingen
wie grelle Lichter, starke Gerüche, raue Textilien
auf meiner Haut oder Martinshörner in meiner
Nähe.
8. Ich besitze ein reiches, vielschichtiges
Innenleben.
9. Laute Geräusche bereiten mir Unbehagen.
10. Kunstvolle Musik bewegt mich tief.
11. Manchmal liegen meine Nerven derart blank,
dass ich nur noch alleine sein möchte.
12. Ich bin ein gewissenhafter Mensch.
13. Ich bin schreckhaft.
14. Es bringt mich leicht aus der Fassung, wenn ich
in kurzer Zeit viel erledigen muss.
15. Wenn andere Menschen sich in
einer Umgebung unwohl fühlen, weiß ich eher als
manche andere, was notwendig ist, um
Wohlbefinden herzustellen (zum Beispiel durch
eine Veränderung der Beleuchtung oder der
Sitzordnung).
16. Ich werde ärgerlich, wenn man von mir
erwartet, zu viele Dinge gleichzeitig zu tun.
17. Ich gebe mir große Mühe, Fehler zu vermeiden
oder Dinge nicht zu vergessen.
18. Fernsehsendungen und Spielfilme mit
Gewaltszenen meide ich.
19. Ich fühle mich unangenehm erregt, wenn sich
um mich herum viel abspielt.
20. Hungergefühle stören nachhaltig meine
Konzentration und beeinträchtigen meine
Stimmung.
21. Veränderungen in meinem Leben treffen mich
sehr heftig.
22. Ich bemerke und genieße feine Düfte,
Geschmäcker, Klänge oder Kunstwerke.
23. Ich empfinde es als unangenehm, wenn ich
mich mit mehreren Dingen gleichzeitig
beschäftigen muss.
24. Für mich ist es sehr wichtig, mein Leben so zu
organisieren, dass ich Situationen vermeide, in
denen ich mich ärgern muss oder die mich
überwältigen.
25. Laute Geräusche, chaotische Szenen und
ähnliche starke Reize stören mich.
26. Wenn ich mit anderen Menschen konkurrieren
muss oder beobachtet werde, während ich eine
Aufgabe erfülle, macht mich das so nervös und
unsicher, dass ich weitaus schlechter abschneide,
als ich eigentlich könnte.
27. Als Kind haben meine Eltern und Lehrer mich
als sensibel oder schüchtern angesehen
Ergebnisse: Wenn Sie mehr als 14 Aussagen als
zutreffend markiert haben, sind Sie wahrscheinlich
eine Highly Sensitive Person. Sollte die Zahl zwar
geringer sein, die betreffenden Aussagen aber in
extremem Maße zutreffen, so könnten sie
ebenfalls zu den betroffenen Menschen zählen.
© 2000 Elaine N. Aron
http://www.hochsensible.de/aron-test.htm
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Wie sie ihre Empfindsamkeit erkennen,
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Elaine Aron: "Sind Sie hochsensibel? Das
Arbeitsbuch" (352 Seiten) Buch bestellen
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Marianne Skarics: "Sensibel kompetent - Zart
besaitet und erfolgreich im Beruf" (221 Seiten)
Umgang von HSP bei der Arbeit, Selbsttest,
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